Dachneigung Carport: Mindestgefälle und Optimum fürs Carportdach

Flachdach Carport schwarz

Braucht das Carportdach eine Neigung (ein Gefälle)? Welche Dachneigung braucht der Carport mindestens und welche Neigung ist optimal fürs Carportdach? Spielen Dachform und Art der Eindeckung des Carports eine Rolle für die Neigung? Wie berechnet man die Dachneigung für Carports? Und was ist beim Aufbau des Carportdachs mit Neigung zu beachten? Unser Ratgeber beantwortet Ihnen diese und noch mehr Fragen.

Es regnet, es regnet, der Carport wird nass … Mit der richtigen Dachneigung (auch Dachgefälle oder kurz: Gefälle genannt) macht der Regen dem Carport nichts aus, er fließt zügig ab und belastet den Carport weder mit seinem Gewicht noch leiden Dacheindeckung und Trägerkonstruktion unter zu viel Feuchtigkeit.

Insbesondere für die weit verbreiteten Carports mit Flachdächern ist der richtige Neigungswinkel des flachen Dachs wichtig: Ist er zu klein, neigt sich das Dach zu wenig und Niederschläge wie Regenwasser, Hagel und Schnee blieben auf der planen Fläche stehen oder liegen. Nicht zu vergessen das „Schwitzwasser“ vom Auto unter dem Carportdach: Das kondensiert naturgemäß an der Unterseite des Dachs und muss ebenfalls gezielt abgeleitet werden.

Dachneigung Regen

Andernfalls würde die Eindeckung des Carports ebenso leiden wie die lastentragende Konstruktion. Es bestünde Gefahr für die Dichtheit des Carportdachs und die Carportstatik (Standfestigkeit, Stabilität) – und damit auch für das Auto, das im Carport abgestellt und dort vor Wind und Wetter geschützt werden soll. Die Feuchteschäden würden die Lebensdauer des Carports spürbar verkürzen. Gründe genug, dass wir über die richtige Dachneigung für Ihren Carport reden!

Carport-Dachneigung: Welche Rolle spielt das Gefälle beim Carportdach?

Grundsätzlich läuft die Entwässerung bei Carportdächern so: Dank der richtigen Dachneigung fließt das Niederschlagswasser gemäß der Schwerkraft (rein physikalisch gilt: das Wasser wird zum tiefsten Punkt der Konstruktion hinablaufen)

  • bei Carport-Flachdächern mit flachem Gefälle von der höheren (quasi dem First) über die Dachfläche zur niedrigeren Dachkante mit Regenrinne (quasi der Traufe)
  • und bei Carport-Schrägdächern mit steilerem Gefälle vom First über die Dachfläche in Richtung Traufe(n).


Der Neigungswinkel des Carportdachs beeinflusst dabei maßgeblich die Fließgeschwindigkeit des Wassers. Auch die Art der Eindeckung hat darauf Einfluss: Sie kann den Wasserabfluss beschleunigen oder bremsen. Mehr dazu folgt weiter unten.

Welche Dachneigung sollte das Carportdach mindestens haben und welches Gefälle ist optimal?

Der Carport und das Auto unter seinem schützenden Dach bleiben trocken, wenn mindestens ein Gefälle von zwei Grad (2°) konstruktiv umgesetzt worden ist. Dieser Dachneigungswinkel gilt als das empfohlene Mindestgefälle beziehungsweise die empfohlene Mindestdachneigung. Sie ermöglicht grundsätzlich den Ablauf von Wasser von der Dachfläche.

Unser Tipp: Alles, was an Gefälle über der Mindestdachneigung beim Carport liegt, ist naturgemäß noch effektiver. Allerdings ist beim Spiel mit der Dachneigung zu beachten, dass mit wachsendem Neigungswinkel die Abstellfläche unter dem Dach immer kleiner ausfällt. Ausgleichen ließe sich das mit einer größeren Dachfläche, die allerdings höhere Anforderungen an die Statik der Konstruktion sowie die Bauweise stellt und natürlich auch mehr Material und daraus resultierende Kosten erfordert.

Neben dem Mindestgefälle für Carportdächer von 2° gibt es für die verschiedenen Dachformen, die typisch für Carports sind, konkrete Empfehlungen. Diese Gefälle haben sich bei den unterschiedlichen Carport-Dachtypen in der handwerklichen Praxis bewährt:

Carport-Dachneigung bei Flachdach

Orientiert an der Mindestdachneigung für Carportdächer von 2° sind die Carports mit Flachdächern in der Praxis meist zwischen 2° und 3° geneigt. Mitunter sind auch kleinere Gefälle zu finden - frei nach dem Motto: "Es läuft, wenn's läuft!".

Carport-Dachneigung bei Pultdach

Das Pultdach hat seinen Namen, weil es wie ein Pult geneigt ist, zum Beispiel ein Rednerpult. Der First eines Carportdachs in Pultform ist dank eines steilen Gefälles weit höher als die Traufe. Optimale Dachneigungen liegen hier zwischen 7° und 15°.

Carport-Dachneigung bei Satteldach

Das Satteldach-Carport hat seinen Dachfirst mittig sitzen und zwei gleichgroße Dachflächen fallen im jeweils gleichgroßen Neigungswinkel nach beiden Seiten hin zur Traufe. Als optimale Dachneigungen haben sich bei Carports mit Satteldach Winkel zwischen 15° und 25° bewährt.

Carport-Dachneigung bei Walmdach

Bei einem Walmdach gibt es nicht wie beim Satteldach nur zu den Traufseiten hin jeweils eine Dachfläche, sondern auch zu den beiden Giebelseiten des Carports. Letztere werden Walm genannt. Wie beim Satteldach-Carport sind auch beim Walmdach-Carport Gefälle zwischen 15° und 25° üblich. Unser Tipp: Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem zuständigen Bauamt nach der ortsüblichen beziehungsweise dort vorgeschriebenen Carport-Dachneigung! Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Carport-Dachneigung für freistehende und angelehnte Carports

Wenn die Dachneigung schon immens wichtig bei freistehenden Carports ist, um diese vor Feuchtigkeitsschäden an der Bausubstanz zu bewahren und daraus resultierende statische Einbußen zu verhindern, dann ist sie bei an eine Haus- oder Gartenhauswand angelehnten Carports von noch größerer Wichtigkeit. Denn dort könnte auch die Bausubstanz des Wohnhauses oder Gartenhauses in Mitleidenschaft gezogen werden – und der Schaden somit umso größer sein.

Dachneigung Carport berechnen: So geht das!

Die Neigung beziehungsweise das Gefälle vom Carportdach lässt sich mit Höhe, Länge und Steigung eines hypothetischen Dreiecks ermitteln. Zum Maßnehmen brauchen Sie einen Zollstock. Messen Sie damit, an einem beliebigen Punkt ansetzend, die Länge (a) und die Höhe (b) für ein rechtwinkliges Dreieck am besten an der Außenseite des Carports.

Unser Tipp: Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass Sie einen 90 Grad Winkel zwischen dem Längen- und dem Höhenmaß einhalten. Das fällt leichter, wenn Sie den Punkt, von dem aus Sie messen, markieren und eine Wasserwaage oder einen Winkelmesser zu Hilfe nehmen.

a und b ergeben die Längen der Katheten, die dem rechten Winkel gegenüberliegende längste Seite des Dreiecks ist die Hypthenuse. Mit dem Satz des Pythagoras (a2 + b2 = c2) lässt sich deren Länge berechnen. Bilden Sie daraus den Sinuswert und wandeln Sie ihn anschließend per Taschenrechner in den Neigungswinkel um.

Leichter geht das Berechnen der Dachneigung vom Carport mit einem nach einem Meter um 90° abgewinkelten Zollstock und der Steigungswerte der folgenden Tabelle:

Viel ausführlicher diskutieren wir das Gefälle und seine Berechnung in unserem Ratgeber „Terrassenüberdachung Gefälle: So können Sie die Neigung berechnen“.

Dacheindeckung und Dachneigung beim Carport – das müssen Sie wissen!

Eine Eindeckung des Carports macht das Gefälle zur Pflicht. Je nach Material kann eine Dacheindeckung den Ablauf des Niederschlags- und Kondenswassers vom Carportdach verbessern oder verschlechtern. Deshalb gibt es von den Herstellern und Anbietern von Dacheindeckungsmaterialien Empfehlungen zur richtigen Dachneigung:

  • empfohlene Dachneigung für Carportdächer aus Kunststoffplatten (Polycarbonat, Acryl) und Faserzementplatten (Verbundwerkstoff): mindestens 5°
  • empfohlene Dachneigung für Carportdächer aus Glas: mindestens 5°
  • empfohlene Dachneigung für Carportdächer aus gebranntem Ton (Ziegelstein), Bitumenschindeln, Schieferschindeln, Betonziegeln: mindestens 5°
  • empfohlene Dachneigung für Carportdächer aus Holz, Schiefer, Schilf (Reet): mindestens 5°
  • empfohlene Dachneigung für Carportdächer aus Metall (Blechtafeln aus Aluminium (sogenannte Trapezbleche), Titanzink, Kupfer): mindestens 5°


Mehr dazu erklären wir Ihnen in dem oben bereits verlinkten Ratgeber zum Gefälle des Terrassendachs.

Carport aufbauen: Was gilt es beim Carportbau zum Dachgefälle zu beachten?

Wer die hier beschriebene Theorie in die Praxis umsetzen möchte, sollte die Dachneigung vom Carport bereits in der Planung desselben berücksichtigen. Um das optimale Gefälle beim Carportdach zu erreichen, kann es – je nach Bodenbeschaffenheit (abschüssig, plan) – notwendig werden, tragende Teile der Konstruktion passgenau zu kürzen.

Unser Tipp: Wer sich derart spontanes Handwerk nicht zutraut, sollte sich professionelle Hilfe holen. Ein Fachhandwerker bringt für den Job nicht nur die handwerkliche Kompetenz und Erfahrung mit, sondern auch das nötige Werkzeug, allen voran: die Wasserwaage. Sie können alternativ auch unseren Aufbau-Service nutzen, wenn Sie sich für einen der Carports aus dem vielzähligen und vielfältigen Angebot in unserem Onlineshop entscheiden.

Beim Aufbau eines vorgefertigten Carports können Sie davon ausgehen, dass der Hersteller das Gefälle des Carportdachs bereits optimal umgesetzt hat. So ersparen Ihnen Carports von der Stange die knifflige Aufgabe.

Für weitere Inspiration zu Carports schauen Sie doch auf unserem Pinterest-Kanal vorbei. Dort haben wir eine Vielzahl an schönen Boards rund um Haus, Carport und Garten zusammengestellt.

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Titelbild: ©GartenHaus GmbH
Artikelbild: ©GartenHaus GmbH ©iStock/kulkann

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