Grundsätzlich sehr wertiges und gutes Gartenhaus
Ich hatte das Haus im Herbst 2021 bestellt, wirklich ordentliche abgesprochene Lieferung, habe das Aufstellen aber dann aus beruflichen Gründen doch nicht mehr geschafft und selbst, so wie geliefert, lagern müssen. Die Aufbauanleitung liegt zwar im Bausatz dabei, da ich diesen aber nicht extra vorher komplett aufreisen, mich aber mit dem Aufbau vorher vertraut machen wollte, hat mir ein netter Mitarbeiter von GH den Plan vorher als pdf zugesandt, ging problemlos und razfatz. Herzlichen Dank. Aufstellung dann im Frühsommer 2022 mit Hilfe eines Kollegen.
Man sollte (beide) schon handwerkliches Geschick mitbringen und keine zwei linken Hände haben. Da wir das Haus auf einer beschichteten (wie in der Garage) und genau passenden Bodenplatte (mit vorab geplantem Anschluss an die Zisterne) aufgestellt haben, wurde der komplette mitgelieferte Boden nicht benötigt (war aber leider nicht abzubestellen und wurde auf e-bay-Kleinanzeigen wieder verkauft). Damit die Balken nicht auf dem Beton direkt aufliegen, haben wir zuerst eine in der Breite passende WPC-Leiste von OBI mit 10mm starkem Gummigranulatstreifen darunter (wie beim Terrassenbau) auf der Bodenplatte mittels Dübeln und Edelstahlschrauben befestigt. Dann die ersten Balken darauf und immer wieder im Winkel ausgerichtet. Ganz am Schluß die Wände mit massiven 30cm langen Sturmanker auf der Bodenplatte befestigt festgedübelt. Außen kommt noch ein kleines Tropfblech befestigt am ersten Balken bis fast zum Boden hin, damit möglichst da möglichst kein Wasser hinkommt (ein Kiesstreifen um die Bodenplatte wie beim Haus). Vor allem bei Schneefall, so wie ich es jetzt gesehen habe, sicher empfehlenswert.
Aufgrund des fehlenden Bodens und weil wir außer der erwähnten WPC-Latte keine hohe Schwelle haben wollten, mussten wir den Sturz etwas niedriger setzen und den Bereich dort "umarbeiten" = der eigentlich dort befindliche Ausschnitt im Balken war quasi unnötig und den mussten wir wieder mit einem entsprechenden Balken aus dem Baumarkt auffüllen.
Der Aufbau an sich ging grundsätzlich recht gut vonstatten, allerdings - und das wäre mein Hauptkritikpunkt (!), die Balken sind ganz genau abgezählt und keinerlei Reserve dabei. 99% der Balken waren echt gerade und nicht zu beanstanden, einer ... naja ... aber zwei weitere recht krumme Prügel, ums mal deutlich zu sagen.
Da wir im Zeitdruck waren, war auch keine Zeit zu reklamieren und wir haben die beiden mit mehreren Schraubzwingen und großen Schrauben so mit eingebaut, dass es dann letztlich funktioniert hat. Wenn man davon aber keine Ahnung hat, ist man aufgeschmissen. Hier sollte bei einem Holzhaus dieser Preisklasse wirklich vielleicht doch mal 1 - 2 Balken mehr für solche Fälle dabei sein! Da zahle ich dann lieber auch nochmal 20 - 30 € mehr .... anstatt fast 2 Std. Zeit dafür zu vergeuden.
Die Bretter zum Decken des Daches könnten eine Idee dicker und wertiger sein, aber es geht noch. Allerdings haben wir die nicht vernagelt, sondern mit ganz dünnen Edelstahlschrauben befestigt. Geht mit einem Akkuschrauber mit Anschlag ganz gut und schnell (für solche Arbeiten generell Bosch, Metabo, mein Favorit 18V-Makita, aber m.E. bitte keinen vom A..., L.... und Co.)
Ein weiterer Punkt, aber da kann der Hersteller nichts dazu, ist die massive Dachneigung bei dem größeren Teil des Pultdachs von diesem Haus. Würde ich heute, angesichts der schwierigen Dacheindeckarbeiten vielleicht so nicht mehr kaufen, auch wenn es wirklich toll aussieht! Letzteres hat uns, außer dem passenden Maß wo es hin sollte, auch zum Kauf animiert. Zurück zum Dach. Man rutscht quasi ständig runter, bis wir auf die Idee mit einer Antirutschmatte gekommen sind. Gedeckt ist das Haus derzeit komplett mit einer selbstklebenden Dachfolie (KSK ALU 1 m überlappende breite Streifen von Hornbach quer zum Dach). Das war dann erstmal richtig dicht und der Resturlaub verbraucht). Im Frühsommer 2023 kommt dann noch eine Querlattung auf Gummipolstern drauf (Polster 10mm damit evtl. Wasser drunter weg laufen kann und vorher keine Konterlattung, das wird zu hoch!) und darauf ein Trapezblechdach und außen herum wird alles mit entsprechenden Dachblechen (Ortgang etc.) verkleidet. Soll ja etwas länger als 2 - 3 Jahre halten. Für den Umlauf (vorne/hinten/oben) habe ich wegen des geplanten Trapezblechs auch andere höhere Bretter gekauft und montiert.
Gestrichen wurde das Haus, zusätzlich zur Schutzimprägnierung bereits auch 3*, mit einer guten, lieber etwas teureren Deckfarbe von Remmers, damit es wirklich witterungsbeständig ist. Gibt´s auch bei Hornbach, teilweise im Internet aber wesentlich billiger. Kleiner Tipp, wenn´s hier erlaubt ist, nehmt die Preisgarantie von Hornbach in Anspruch! Gebraucht haben wir aber sicherlich fast das doppelte an Farbe als vom Hersteller angegeben wird. lässt sich aber wirklich toll und fast tropffrei verarbeiten (rollen wie streichen). Kann die Farbe daher nur empfehlen (und bekomme leider nichts dafür).
Noch ein Wort zur Schutzimprägnierung. Die würde ich heute vielleicht doch ab Werk mitbestellen, denn das war schon ein rechter Aufwand (incl. einfachem Atemschutz, den man tragen sollte). Wir haben das zwar dank eines Tipps aus dem Internet mit einer Pumpfrühflasche (3l) erledigt, aber totzdem. Nur die Flasche schlägt gerade mal mit max. 10 - 20 € zu Buche und wird hinterher entsorgt. Wenn man mal von WE zu WE nicht am Projekt arbeitet, in die Dose zurück entleeren und die Düse in Wasser einlegen, dann verklebt sie nicht. Aber wirklich sehr großzügig und großflächig alles unten herum abdecken, wenn ihr es nicht irgendwo auf der Wiese erledigen könnt. Aber notwendig ist das schon und Ihr solltet nicht darauf verzichten. Und nicht erst, wenn das Haus steht, sondern vorallem auch vor dem Aufbau in die Nuten und Federn hinein. Das geht mit dem Sprühen besonders gut.
Die Türen, naja, die hatte ich übrigens im Sommer alle komplett richtig eingestellt. Das Haus scheint aber noch kräftig "zu arbeiten". Ich musste letzthin ausnahmsweise im Winter dort mal was von den gelagerten Sachen holen und habe die Türen kaum aufbekommen. Da muss ich, wenn´s wieder warm wird, wohl unbedingt auch nochmal ran. Hab´s jetzt nur provisorisch eingestellt. Das Schloss, der Türgriff und die Abdeckung sind mir aber wirklich zu billig und auch dieser Gartenhütte eigentlich nicht wert. Da sollte man auch separat nochmal selbst ran. Die Insektenschutzgitter für die vorgesehene Entlüftung sind dabei. Allerdings habe ich da auch zwei neue bei ebay und Co. bestellt, denn braun passt nicht so recht zu einem hellgrauen Haus.
Ich hoffe, ich habe insgesamt nicht zu viel Werbung gemacht, aber es macht letztlich, wenn man öfters mal ein Projekt abzuarbeiten hat, einfach keinen Spaß mit Billiggeräten oder Billigmaterial zu arbeiten und letztlich kauft man, wie es so schön heißt, immer zweimal, wenn man doch eigentlich sparen will.
Insofern rate ich Euch auch unbedingt zur 40mm-Variante dieses Hauses, außer Ihr wollt nur Brennholz drinnen lagern.
Die Hütte würde ich deshalb so, mit den o.g. kleineren Einschränkungen, wieder kaufen und kann das Teil grundsätzlich empfehlen.